Mit der schwächsten Saisonleistung und einer demütigen Niederlage wurden die Frauen der SG Kemberg/Eutzsch/Reinsdorf am Sonntag aus dem Waldstadion vom Acker gejagt.

So war auch der Nebenplatz zu beschreiben, auf dem man die Grashalme suchen musste und von Ebenheit nicht zu sprechen war. Hinzu kam noch der heftige Wind, der ein Kurzpassspiel überhaupt nicht zuließ. Dies soll jedoch keine Ausrede für die desaströse Leistung der Gästemannschaft sein, denn beide Mannschaften haben bekanntlich die gleichen Voraussetzungen.

Ohne drei wichtige Spielerinnen angereist, wollten die Gäste dennoch ihre gute Vorstellung von vor 2 Wochen bestätigen.

Von Anfang an und mit dem Wind im Rücken sollte Druck auf das Gastgebertor ausgeübt werden. In den ersten Minuten deutete sich jedoch schon an, was dem ganzen Spiel seinen Stempel aufdrücken werde: "Hoch und weit bringt Sicherheit." Spielkultur war von beiden Mannschaften nicht zu erkennen und wenn doch mal versucht wurde, einen Pass in die Tiefe zu spielen, bekam der Ball Dank Windunterstützung eine uneinholbare Geschwindigkeit. Gegen den Wind war es ein wenig einfacher und so hatten die Reppichauerinnen in der 2. min die erste Torchance, die Franziska Dorn im Nachfassen zunichte machen konnte.

Danach war aber erst mal Schluss, denn die Pink-Ladys versuchten das Besprochene umzusetzen und drängten auf das Bojarski-Tor. Die Torhüterin war aber mehr damit beschäftigt, den Ball aus dem angrenzenden Wald zu holen, denn gefährliche Schüsse waren kaum zu verzeichnen. Leoni Dienemann hatte wohl zu wenig Zielwasser getrunken, denn ihre drei Versuche gingen alle am Tor vorbei. Selbst die zahlreichen Eckbälle brachten nur wenig Gefahr, zu gut hatten sich die Grünen auf die Variante der Gäste eingestellt.

Wenn die Einen nicht treffen, versuchen es die anderen. Und wie sich weiter herausstellen werde, waren die Mädels um Trainerin Bieler besser auf dieses Spiel und den Bedingungen eingestellt. Mit einem fulminanten Schuss aus gut 30 m hatte Susan Merklein ihr Visier in der 21. min richtig eingestellt und ließ Dorn im Tor keine Chance. Mit diesem Schockerlebnis kam noch mehr Trägheit in das Kemberger/Eutzscher/Reinsdorfer Spiel. Michelle Schwarzer versuchte nach Kopfballablage von Preuß ihr Glück, doch auch dieser Ball ging hoch über das Tor.

Besser machten es die Gastgeberinnen. Im zentralen Mittelfeld immer eine Spielerin mehr, fingen sie in der 34. min einen Ball ab und passten nach rechts auf Stefanie Mette. Die Flanke der 35jährigen verunglückt etwas, landet dennoch zum 2:0 unter die Querlatte. Nun war die Moral der Heßler-Reiß Truppe gänzlich gebrochen. Keine 4 Minuten später musste Mette durch ein taktisches Foul gebremst werden, den fälligen Freistoß knallte Elisabeth Hesse wieder unhaltbar für Dorn unter die Latte. Das der Ball den Weg finden konnte, war jedoch der Ängstlichkeit der Mauer geschuldet. Kopf weggezogen, Bahn frei. Diese Mutlosigkeit konnte man von allen Spielerinnen an diesem Tag beobachten. Keine Aggressivität, immer warten bis der Ball vor die Füße springt, kein Entgegenkommen, keine Laufbereitschaft, diese Spielweise erinnerte an vergangene Tage. Es war nichts von gezeigten Leistung der letzten Monate zu sehen.

So ist auch das 4:0 entstanden. Mal wieder ein langer Ball von der Torhüterin, Petermann und Hoffmann gehen beide nicht energisch hin, behindern sich eher und treffen den aufspringende Ball nicht. Olivia Hermann braucht nur durchzulaufen und schießt den Ball einfach wieder hoch hinaus, nur das dieser den Weg über Dorn ins Tor findet. Ärgerlich bei diesem Treffer sei, dass er bereits in der 3. min der Nachspielzeit gefallen war, obwohl Schiedsrichter Heiner Winterfeld nur 1 Minute angezeigt hatte.

Nach einer heftigen Ansprache begann die 2. Halbzeit zwar etwas besser, doch wirklich umlegen konnten die Heidestätter den Trägheitsschalter nicht. Ein Schüsschen von Jessica Preuß und ein Versuch von Katrin Reiß blieben die einzigen Torabschlüsse.

Reppichau brauchte nicht mehr viel machen und verwaltete mit langen Bällen ihre Führung. Das erste herausgespielte Tor fiel in der 58. min. Kapitänin Stefanie Wehrmann erobert sich als "letzte Frau" den Ball, mit Tempo in die Zentrale gelaufen, Doppelpass gespielt und aus gut 20 Meter flach ins lange Eck abgezogen. Sie machte gemeinsam mit Susan Merklein und Elisabeth Hesse den Unterschied aus. Alle drei mit sehr viel Laufbereitschaft und immer einen Tick eher am Ball, kauften sie den Gästen oftmals den Schneid ab.

Nun musste sich Schiedsrichter Winterfeld auch mal in den Fokus rücken. Nach einem Pressschlag von Petermann und Hermann entschied er für alle Beteiligten auf Elfmeter für die Gastgeber. Torhüterin Manuela Bojarski sollte dieses Geschenk auspacken, schoss aber am Tor vorbei. Sie entschied sich lieber aus dem eigenen Strafraum ein Tor zu erzielen. Ein langer Abstoß in Richtung Dorn-Gehäuse genügte in der 75. min.. Dieser Treffer zum 6:0 Endstand passte in das ganze Bild, denn nach zwei Aufsetzer landete er ohne Berührung einer anderen Spielerin über Dorn im Tor.

Fazit:

Unter diesen Bedingungen und ohne Frauenpower war das Spiel nicht zu gewinnen. Deutliche Worte fand Trainerin Jana Heßler-Reiß nach dem Spielende, denn ohne Fleiß bekommt man auch in der Regionalklasse keinen Preis.

Nun gilt es am kommenden Sonntag, 15.04.18 um 14:00 Uhr bei besseren Platzverhältnissen in Kemberg diese Schmach wett zu machen, um gegen Aschersleben den nächsten Dreier einzufahren.