Mit dem Lastminute-Sieg hat sich Kemberg für die enttäuschende Leistung in der vergangenen Woche rehabilitiert. Es klappte auch dieses Mal nicht alles, aber die gesamten 90 Minuten war dieser Wille zu erkennen, die Punkte in Kemberg zu lassen. Gegenüber der Vorwoche gab es Veränderungen, Markus Girke startete in der Verteidigung für Philipp Krauß, in der Innenverteidigung wurde dieses Mal Andre Apitzsch für den erkrankten Sebastian Hartmann eingesetzt und vorn sollte der wieder genesene Lucas Bischoff für Wirbel sorgen.

Die erste Hälfte ist schnell erzählt, da beide Mannschaften mit viel Respekt voreinander starteten. Beide Abwehrreihen dominierten, so dass Strafraumszenen selten zu registrieren waren. Die erste Möglichkeit ergab sich für die Gäste in der 8. Minute, als ihnen ein Freistoß aus 16,01 m zugesprochen wurde, den Flachschuss hielt Robin Brandenburg souverän. Dann war da nach knapp einer halben Stunde noch eine Schusschance, der Schrägschuss rauschte über den Kasten. Kemberg bemühte sich in dieser ersten Hälfte, aber klare Chancen konnten nicht heraus gearbeitet werden. Nach konsequentem Einsatz wurde eine Flanke von Bastian Schenk zur Ecke abgewehrt, nach Einwurf von Benjamin Hampel köpfte Michal Fiala über den Kasten und als in der 43. Minute ein Freistoß von Moritz Hillebrand den Kopf von Fiala fand und dieser vor den Kasten köpfte, wurde der Ball von der Linie geschlagen.

Nach der Pause sollten die Zuschauer für ihre Geduld bei diesen frostigen Temperaturen entschädigt werden, denn in der 2. Hälfte passierte in regelmäßigen Abständen viel mehr. In der 48. Minute gibt es Eckball für Kemberg, welcher abgewehrt wurde und dann ging es blitzschnell. Drei Wittenberger schwärmten aus und spielten den Konter perfekt, in der Mitte wurde gedribbelt und genau im richtigen Moment nach rechts abgelegt, wo Benedikt Richter sofort abzog und aus halbrechts schlug sein Geschoss im Kemberger Kasten ein, also wieder einmal ein Rückstand, in dieser Saison nichts neues für die Heimmannschaft. Kemberg hatte bereits vier Minuten später die richtige Antwort, Fiala hat den Ball an der Mittellinie, schaut und passt in den Strafraum punktgenau zu Hillebrand. Der nimmt den Ball mit fließenden Bewegungen an und mit und verwandelt souverän zum Ausgleich. Danach blieb das Spiel interessant, beide Mannschaften bemühten sich, ein weiteres Tor zu erzielen und die Spannung stieg von Minute zu Minute. Erst verpasst Schenk knapp eine Eingabe, dann muss Brandenburg viel riskieren, um nach Steilpass retten zu können und der Nachschuss geht zum Glück für Kemberg über den leeren Kasten. Weiter ging es mit einem knapp neben den Kasten geschossenen Freistoß von Fiala in der 62. Minute, zwei Minuten später kamen gleich dreimal hintereinander Victoria-Spieler im Kemberger Strafraum zum Schuss bis Brandenburg den Ball hat. In der 71. Minute eine Riesenchance für Kemberg, als nach Balleroberung die erste Flanke geblockt werden konnte, die zweite jedoch Hillebrand findet, der eigentlich alles richtig macht und gegen die Laufrichtung des Keepers schießt, der Ball touchiert noch den Außenpfosten und geht ins Aus. Dann war Victoria wieder am Zug und hatte zwei Möglichkeiten und in der 84. Minute schoss Hillebrand einen Freistoß, der zu Pascal Bischoff abgeblockt wurde und dieser schoss frei stehend über den Kasten. In der 86. Minute waren es wieder die Gäste, die nach einem Einwurf eine Schusschance hatten und so lief die Spielzeit runter und es pegelte sich alles auf ein Unentschieden ein. Es liefen die letzten Sekunden der regulären Spielzeit und Kemberg erhielt einen Eckball, den Hillebrand von rechts vor das Tor schlug. Torhüter Müller wurde in der Spielertraube von einem Mitspieler behindert und Schenk nutzte dies aus und versenkte den Ball mit dem Kopf zum viel umjubelten Führungstreffer. Das Spiel war immer noch nicht beendet, in den 2 Nachspielminuten rettet erst Fiala und als Girke nach dem folgenden Einwurf hellwach war und konsequent zum Ball ging, war dieser hart erkämpfte Sieg Realität.

Aufstellung: Robin Brandenburg, Pascal Bischoff, Benjamin Hampel, Andre Apitzsch, Matthias Liebmann, Moritz Hillebrand, Markus Girke, Michal Fiala, Bastian Schenk, Lucas Bischoff (59. Sisinho), Julian Ruprecht

Ein auch in der Höhe völlig verdienter Sieg in diesem Derby, welches durchgängig nur von dem Gastgeber als solches betrachtet und vor allem geführt wurde. Mit dem ersten Ballwechsel zeigte Trebitz unbedingten Willen, dieses Spiel gewinnen zu wollen, was man den Kembergern an diesem Tag leider absprechen muss. Dazu kam ein Sahnetag von Enrico Franzel, der praktisch im Alleingang die Kemberger Niederlage besiegelte. Das Spielmuster ist schnell erzählt, Trebitz setzte auf eine kompakte und kompromisslose Abwehrarbeit, wogegen die Kemberger von der ersten Minute an keine Mittel fanden. Der Versuch, spielerisch gefährlich vor den Trebitzer Kasten zu kommen, wurde so bereits im Ansatz erstickt. Die kompromisslose Abwehrarbeit führte zu ständigen weiten Schlägen aus der Trebitzer Hälfte heraus, wobei die Streuung sehr groß war. Wenn dann solch ein Ball mal in die Mitte kam, wurde es oft gefährlich, da Franzel permanent an der Nahtstelle der Kemberger Abwehrreihe auf seine Chance lauerte. Bis zur 25. Minute trug diese Spielweise keine Früchte, die eine oder andere Chance ergab sich, aber die Schüsse waren noch ungefährlich. Kemberg hatte in dieser Phase lediglich ansatzweise zwei Möglichkeiten nach Freistößen, die ungefährlich verpufften. In der 25. Minute wieder einmal ein verlorener Zweikampf und der sofortige Pass in die Spitze, den Franzel aufnahm und Torhüter Christoph Heede keine Chance ließ. Bis zur Pause kam von Kemberg keinerlei Reaktion und Trebitz hatte noch drei weitere Möglichkeiten, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben.

Auch nach der Pause änderte sich nichts am Spielverlauf, wobei Trebitz sowieso nichts zu verändern brauchte und Kemberg einfach nicht ins Spiel kam bzw. Trebitz alles unternahm, es nicht dazu kommen zu lassen. Als in der 53. Minute ein Zweikampf vor dem eigenen Strafraum verloren wurde, stand der Gewinner dieses Zweikampfes, Philipp Bilke, allein vor Heede und verwandelte sicher zum 2:0. Danach wurde es für Trebitz noch leichter, die Köpfe der Kemberger gingen nach unten und es war kein Wille zu erkennen, diesem Spiel noch eine Wende geben zu wollen. Trebitz belohnte sich in der 71. und 72. Minute, in denen der Mann des Spieles (Enrico Franzel) noch zwei Treffer erzielte. Das war es natürlich und so gelang in der 83. Minute ein wenig Ergebniskosmetik, als Moritz Hillebrand nach einer Flanke zum 1:4 traf.

Aufstellung: Christoph Heede, Pascal Bischoff, Philipp Krauß, Benjamin Hampel (59. Markus Girke), Andre Apitzsch, Matthias Liebmann (77. Felix Uhrig), Moritz Hillebrand, Sebastian Hartmann, Michal Fiala, Bastian Schenk, Julian Ruprecht (59. Sisinho)

Wieder einmal ein verrücktes Spiel mit vielen Toren, welches letztlich verdient von Kemberg gewonnen wurde. Der in der Nacht einsetzende Schneefall sorgte für schwierige Platzverhältnisse, mit denen selbstredend beide Mannschaften zurecht kommen mussten. Dazu kam, dass Rene Leutnitz heute zwischen den Pfosten eingesetzt wurde, da Robin Brandenburg krank war und Christoph Heede Knall auf Fall ins Krankenhaus musste (An dieser Stelle Alles Gute Christoph!)

Kemberg hatte die Platzverhältnisse anfangs anscheinend nicht richtig beachtet, denn Kurzpässe waren das untauglichste Mittel. Wörlitz dagegen spielte zu Beginn genau so, wie man bei solchen Bedingungen spielen musste und war die ersten Minuten tonangebend. Bereits in der 10. Minute fiel das 0:1, eine Flanke hoch in den Strafraum geschlagen, nicht die richtige Abstimmung zwischen Benjamin Hampel und Keeper Leutnitz und ein Kopfball vom völlig frei stehenden Lukas Bradler sorgten für diesen Spielstand. Auch danach gelang es Kemberg nicht, ins Spiel zu kommen und die Gäste waren weiter mindestens gleichwertig. Sie hatten sogar die Riesenchance, 2:0 in Führung zu gehen, nach Ballverlust im Mittelfeld ging es schnell über links Richtung Strafraum, der Querpass erreichte einen mitgelaufenen Wörlitzer, dessen Schuss konnte gerade noch so vom zurück geeilten Michal Fiala geblockt werden. Nach etwa einer halben Stunde mussten die Gäste etwas inne halten, was dem enormen Aufwand bis dahin geschuldet war. Jetzt kam Kemberg besser ins Spiel und hatte auch Möglichkeiten, aber Torhüter und Abwehr verhinderten noch Torerfolge. In der 37. Minute wurde Lucas Bischoff angespielt, der auf Pascal Bischoff ablegte und dieser traf mit einem satten Schuss unter die Latte zum Ausgleich. Danach beherrschte Kemberg das Spiel und als in der 42. Minute Sebastian Hartmann im Strafraumeck gefoult wurde, verwandelte Fiala den fälligen Elfmeter. Nur eine Minute später belohnte sich Lucas Bischoff für seinen Einsatz, als er nach Zuspiel von Moritz Hillebrand den Ball über den Torhüter ins Netz lupfte. Wenig später ertönte der Halbzeitpfiff und Kemberg konnte nach klarer Leistungssteigerung mit einem scheinbar sicheren Vorsprung in die Kabinen gehen.

Nach der Pause wurde deutlich, dass die Gäste sich noch nicht geschlagen geben wollten. Kemberg schien gedanklich in der Kabine geblieben zu sein und sah zu, wie die Gäste eine Viertelstunde wirbelten. In dieser Phase fielen auch die Treffer zum Ausgleich durch Roman Koltzenburg und abermals Lukas Bradler und erst jetzt wachte Kemberg wieder auf. Vor allem Moritz Hillebrand hatte sich entschieden, auch am Spiel teil nehmen zu wollen, denn was er in dieser letzten halben Stunde ablieferte, war einfach nur klasse. Nachdem er noch am Pfosten scheiterte, schnappte er sich in der 65. Minute 30 Meter vorm Tor den Ball und startete ein beeindruckendes Solo, bei dem er sich auch von dreimaligem Foulspiel nicht beeindrucken ließ und zur erneuten Führung traf. In der 72. Minute drang er wieder in den Strafraum ein und schoss das 5:3. Weitere 2 Minuten später trat er zum Eckball an und fand punktgenau den Kopf von Fiala, der mit einem lehrbuchreifen Kopfball zum vorentscheidenden 6:3 traf. Wer jetzt dachte, dass sich das Spiel beruhigen würde, sah sich getäuscht, erst sorgte ein katastrophaler Fehlpass für eine Riesenchance für Wörlitz, der Schuss aufs leere Tor ging knapp neben den Pfosten. Dann kam Leutnitz etwas zu spät und foulte seinen Gegenspieler, den Strafstoß hielt er anschließend aber richtig stark. Auch Kemberg bekam nach Foul an Hartmann noch einen Strafstoß zugesprochen, aber dieses Mal rutschte Fiala beim Schussversuch aus und der Torhüter konnte mit dem Fuß retten. Das war es aber schließlich dann doch und Kemberg kann mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen.

Aufstellung: Rene Leutnitz, Pascal Bischoff, Benjamin Hampel, Andre Apitzsch, Matthias Liebmann, Moritz Hillebrand, Sebastian Hartmann (79. Felix Uhrig), Markus Girke, Michal Fiala, Bastian Schenk (76. Jonte Disselhoff), Lucas Bischoff (56. Sisinho)

Ein nicht vorhersehbarer klarer Sieg gelang den Kembergern gegen Mosigkau, und das trotz der akuten Personalprobleme. Kurzfristig musste auch noch Bastian Schenk ersetzt werden, der immer noch Beschwerden aus dem Annaburgspiel hatte und das Wochenende im Krankenhaus verbringen musste. Kemberg setzte von Beginn an auf Offensive und stürzte die Gäste von einer Verlegenheit in die andere. Bis zur 25. Minute wurden 3 hochkarätige Chancen heraus gespielt, in der 5. Minute kam Andre Apitzsch aus 10 Metern frei zum Schuss, scheiterte aber am Torhüter. In der 21. Minute konnte sich Sebastian Hartmann auf rechts durchsetzen und flankte an den langen Pfosten, wo Matthias Liebmann etwas zu spät kam und nur das Außennetz traf. In der 22. Minute erhält Liebmann nach guter Kombination den Ball, dribbelt bis an die Außenlinie und flankt präzise zu Moritz Hillebrand, der aus Nahdistanz mit einem Kopfball am Torhüter scheitert. Danach gelangen den Gästen einige Offensivaktionen. In der 25. Minute stellte ein Schuss aus der Drehung Torhüter Rene Leutnitz noch nicht vor große Probleme, aber in der 27. Minute wäre er wohl machtlos gewesen, als nach einem Freistoß der Kopfball gegen die Latte ging. Die Minuten 31 – 33 waren die wohl ereignisreichsten des Spiels. Kemberg erhält halblinks einen Freistoß und Moritz Hillebrand zirkelt diesen in die kurze Ecke zur Führung. Nach dem folgenden Anstoß kommt Kemberg gleich in Ballbesitz und Moritz verzieht knapp. Der Abstoß kommt durch und plötzlich ist ein Mosigkauer völlig frei, scheitert aber an Rene Leutnitz, der nach der Parade sofort aufspringt und den Nachschuss blocken kann. Der Ball gelangt aber wieder zu einem Mosigkauer und dieses Mal blockt Markus Girke, der den Ausgleich verhindern kann. Jetzt startet Kemberg den nächsten Angriff und Hillebrand kann den Ball behaupten, ist im Strafraum und passt auf Fiala, der aus Nahdistanz zum 2:0 trifft. Nach diesem Hin und Her wurde es einige Minuten ruhiger, bis in der 42. Minute ein Foulspiel zu einem Kemberger Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze führte. Mosigkau ging davon aus, das Hillebrand direkt ausführt und ein Abwehrspieler postierte sich auf der Torlinie, Hillebrand legt jedoch quer zu Fiala ab und der spielt flach zu Jonte Disselhoff, der den Ball zum 3:0 über die Torlinie spitzelte, übrigens sein erstes Tor in der Landesklasse.

Nach der Pause setzte Mosigkau die ersten Akzente und hatte in der 47. und 50. Minute zwei hochkarätige Möglichkeiten. Erst kann Leutnitz durch kluges Herauslaufen abblocken und danach „wickelt“ er einen Flachschuss mit den Fingerspitzen um den Pfosten, eine Klasseparade. Kemberg besann sich danach auf die wichtigen Tugenden und bekam das Spiel wieder in den Griff. Nachdem erst Hillebrand und dann Disselhoff Chancen vergaben, fing Fiala einen Abstoß in der gegnerischen Hälfte ab und passte zu Hillebrand. Dieser zeigte seine sehr gute Schusstechnik und verwandelte aus 20 Metern zum 4:0. Aber auch jetzt hatten die Gäste noch ihre Chancen und in der 62. Minute war es wieder Leutnitz, der mit einer Klasseparade für das zu-Null sorgte. Danach war die Gegenwehr weitgehend gebrochen und Kemberg gelangen gegen resignierende Gäste noch einige sehenswerte Spielzüge. Nachdem Hillebrand und Fiala nach solchen Chancen vergaben, führte ein schöne Kombination zum 5. Treffer. Der heute äußerst spielfreudige Fiala hebt den Ball auf den startenden Girke, der präzise zu Hillebrand flankt und dieser drischt den Ball unter die Latte. Kurz vor dem Ende hatte Hannes Peeck nach Zuspiel von Hillebrand noch eine Chance, aber er zögerte zu lange. Dies war nach dem 5:0 gegen Köthen am 01.11.2014 der höchste Sieg, an dem die gesamte Mannschaft selbstredend ihren Anteil hat, aber wohl der dreifache Torschütze Moritz Hillebrand und Torhüter Rene Leutnitz noch heraus gehoben werden können.

Aufstellung: Rene Leutnitz, Michael Miertzschke, Benjamin Hampel, Andre Apitzsch, Matthias Liebmann (73. Michael Aurast), Moritz Hillebrand, Sebastian Hartmann (79. Hannes Peeck), Markus Girke, Michal Fiala, Jonte Disselhoff (61. Philipp Krauß), Julian Ruprech

Dieser Sieg gegen einen gegen den Abstieg kämpfenden Gegner war ein hartes Stück Arbeit. Auf einem tiefen und schwer bespielbaren Geläuf war sofort zu erkennen, dass Jessen auf robuste Art und Weise etwas zählbares erreichen wollte. Viele Fouls prägten das gesamte Spiel, so dass eine spielerische Linie nir richtig zu erkennen war. Kemberg versuchte immer wieder, den Ball schnellstmöglich zu einem gut postierten Mitspieler zu spielen und in der ersten halben Stunde konnte so das Spiel bestimmt werden. In dieser Phase beherrschte Kemberg den Gegner und stand einige Male vor einem Torerfolg. Bereits in der 2. Minute spielte Sebastian Hartmann auf Moritz Hillebrand, der vor das Tor flankte, wo Michael Aurast an den Ball kam, aber vorbei schoss. In der 10. Minute hatte Hartmann die Möglichkeit, der nach einem Einwurf den Ball behaupten konnte, sich durchsetzte und halblinks im Strafraum stehend knapp vorbei schoss. Nachdem Markus Girke nach Freistoß Benjamin Hampel und Kopfballverlängerung Michal Fiala aus Nahdistanz mit einem Heber nur das Hintertornetz traf, erkämpft Michael Miertzschke den Ball an der Mittellinie, dribbelt und spielt den „tödlichen Pass“ auf Hillebrand, der noch in den Strafraum lief und eiskalt verwandelte. Gleich nach dem Anstoß stand Hillebrand nach einem Abwehrfehler vor seinem 2. Treffer, verzieht aber. Danach verlor Kemberg die Spielkontrolle, was mit einem leichtfertigen Ballverlust in der eigenen Hälfte begann. Die folgende Flanke erreichte den völlig ungedeckten Matthias Burkhardt, der wuchtig und präzise zum Ausgleich einköpfte. Jetzt kam die Kemberger Abwehr gehörig ins Schwimmen und unter Dauerdruck. Nach einem abermaligen Ballverlust geht ein Schuss knapp neben den Kasten. In der 35. Minute schlief die Kemberger Abwehr und plötzlich stand Florian Hoffmann völlig allein vor Keeper Rene Leutnitz, dem er mit einem Heber keine Chance ließ und zur Führung traf. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Kemberg noch einmal Glück, als ein Freistoß gegen die Latte krachte.

Kurz nach der Pause ertönte plötzlich ein Pfiff und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Er ahndete ein Halten an Hartmann und diese Gelegenheit nutzte Fiala eiskalt und traf zum Ausgleich. Das Spiel wurde auch jetzt spielerisch nicht besser, Fouls auf beiden Seiten sorgten für wenig Spielfluss. Kemberg hatte wieder etwas mehr Zugriff auf das Spiel bekommen und nach Einwurf vom mittlerweile eingewechselten Felix Uhrig passt Hartmann den Ball zurück an die Strafraumgrenze, von der Fiala knapp über den Kasten schießt. In der 61. Minute erhält Kemberg einen Eckstoß zugesprochen und diesen zwirbelt Hillebrand direkt in die Maschen zum 2:3. Danach führte die robuste und teilweise harte Gangart der Gastgeber zu zwei Gelb-Roten Karten in der 65. und 69. Minute. Wer jetzt dachte, dass dies für Kemberg alles leichter machen sollte, sah sich getäuscht. Trotz numerischer Unterzahl blieb der Gastgeber bemüht und Kemberg hatte noch einige heikle Momente zu überstehen. Vor allem durch Einzelaktionen bekam Kemberg Probleme und in der 76. Minute hatte Kemberg richtig Glück, nachdem sich Burkhardt gleich gegen 4 Kemberger durchsetzte und auf einmal allein vor Leutnitz stand. Er schoss an Leutnitz vorbei, aber auch knapp am Kasten. Natürlich machte sich der Kräfteverschleiß auch bei den Gastgebern bemerkbar und so verliefen die letzten Minuten fast ereignislos. Die Kemberger schafften es einfach nicht, auch nur einmal einen gefährlichen Angriff vorzutragen und so blieb es bis zum Schlusspfiff ein Ritt auf der Rasierklinge. Einmal sorgte noch ein Freistoß in der 83. Minute für Gefahr, der noch einmal die Latte streifte und dann war die Partie nach 7 Overtime-Minuten und einer dritten Gelb-Roten Karte für den Gastgeber vorbei, so dass Kemberg einen schwer erkämpften Auswärtssieg feiern konnte.

Aufstellung: Rene Leutnitz, Pascal Bischoff, Michael Miertzschke, Benjamin Hampel, Andre Apitzsch, Moritz Hillebrand, Sebastian Hartmann (77. Philipp Krauß), Markus Girke (77. Philipp Disselhoff), Michal Fiala, Michael Aurast (46. Felix Uhrig), Julian Ruprecht

Das Normale ist eingetreten, der Tabellenführer gewann sein Heimspiel gegen den Tabellenachten. Es zeigte sich zum wiederholten Mal, dass eine Spitzenmannschaft von Effizienz lebt, denn lediglich drei Chancen in der ersten Hälfte reichten, um 2 Tore zu erzielen. Kemberg versteckte sich nicht und agierte mit zwei Spitzen. Im Defensivbereich wurde die Marschroute ausgegeben, konsequent zu klären und so lange diese Marschroute eingehalten wurde, passierte auch nicht viel. Nachdem Kemberg durch Sebastian Hartmann ein erster Abschluss gelang, starteten die Gastgeber in der 12. Minute einen Angriff, der abgefangen werden konnte, jedoch konnte sie Situation nicht ausreichend geklärt werden. Köthen kam gleich wieder in Ballbesitz und über rechts wurde bis zur Grundlinie vorgedrungen. In der Mitte hatte Markus Jahnke kein Problem, die Flanke ins Tor zu bugsieren. Danach bestimmte der Gastgeber das Spiel weiterhin, hatte es aber schwer, sich durch zu setzen. Dazu kamen einige Ungenauigkeiten, so dass die Gefahren überschaubar blieben. In der 30. Minute rutschte Michal Fiala im eigenen Strafraum aus und Jahnke kam so in Ballbesitz. Er zog sofort ab und traf mit Hilfe des Innenpfosten zum 2:0. Köthen schien mit dieser Führung erst einmal zufrieden zu sein und Kemberg hatte ansatzweise Möglichkeiten auf einen Treffer. So wurde Moritz Hillebrand zweimal eingesetzt, ein Schuss stellte kein Problem für den Torhüter dar und ein weiterer in der 45. Minute ging knapp über den Kasten. In der Nachspielzeit schließlich eine kleine Nachlässigkeit, als ein Abschlag nach hinten geköpft wurde, Markus Girke durchlief, sein Schuss aber sicher gehalten wurde.

Nach der Pause wurde Kemberg etwas mutiger und Köthen schien damit nicht gerechnet zu haben. Auf einmal schlichen sich Fehler und Nachlässigkeiten ein, die in der 1. Hälfte nicht zu sehen waren. Kemberg wurde etwa 20 Minuten sogar bestimmend und wer weiß was passiert wäre, wenn in dieser Phase ein Treffer gelungen wäre. Girke stiftete mit einer Flanke Verwirrung im Köthener Strafraum, ein Freistoß aus aussichtsreicher Position wurde zu leicht vergeben und nach einer Stunde wurde Girke von Fiala frei gespielt, lief allein auf den gegnerischen Torhüter zu und scheiterte an diesen. Der Gastgeber lauerte auf Konter und einmal rettete Fiala auf der Linie und ein zweites Mal konnte Julian Ruprecht mit einer artistischen Einlage den dritten Treffer gerade so verhindern. Bei Kemberg schwanden die Kräfte immer mehr, so dass Köthen in der Schlussphase noch die eine oder andere Chance hatte. Ein Kopfball und ein Schuss strichen knapp am Kasten vorbei und in der 88. Minute drang ein Köthener in den Strafraum ein und wurde gefoult, den fälligen Strafstoß verwandelte Jakub Lukasz Pazdzierski souverän. Dies war dann der Schlusspunkt und die Kemberger konnten dem Gastgeber nur noch zur Herbstmeisterschaft gratulieren. Die Kemberger belegen somit einen soliden 9. Platz und wenn die Leistungen der Hinrunde auch in der Rückrunde gezeigt werden, kann davon ausgegangen werden, dass dieser 9. Platz zum Saisonende noch verbessert wird.

Aufstellung: Rene Leutnitz, Philipp Disselhoff, Jonte Disselhoff (65. Philipp Krauß), Michael Miertzschke, Benjamin Hampel, Moritz Hillebrand, Sebastian Hartmann, Markus Girke, Michal Fiala (75. Johannes Schulz), Bastian Schenk, Julian Ruprecht

Eine insgesamt überzeugende Hinrunde lieferte unsere immer noch sehr junge Mannschaft ab. Unabhängig von vorzeigbaren Erfolgen besteht das vorrangige Ziel, Spieler individuell zu verbessern und die Mannschaft spielkulturell voran zu bringen. Diesem Ziel kam die Mannschaft in einigen Spielen sehr nahe. Ab und an mussten auch Rückschläge hin genommen werden, aber auch aus solchen Spielen können Lehren gezogen werden. Die Mannschaft konnte im Gegensatz zur vergangenen Saison gerade nach Niederlagen beweisen, welches Potential in ihr steckt.

Nach einer Vorbereitung, in der ein 4-2-3-1-System nahe gebracht werden sollte, ging es mit dem ersten Spiel beim Neuling Roitzsch los. Nach einer Führung wurde dieses Spiel dann doch noch verloren und die Mannschaft stand unter Zugzwang. Im zweiten Spiel zeigte die Mannschaft Reaktion und fegte Pratau regelrecht mit einem 7:0 vom Platz, wobei die Spielfreude bemerkenswert war. Danach zeigte die Mannschaft, dass sie auch kämpferisch in der Lage ist, mit zu halten, denn gegen Piesteritz waren genau diese Tugenden entscheidend, um nach einem 0:2-Rückstand noch ein Unentschieden zu erringen. Dann folgte wieder ein richtiger Kracher, im Spiel gegen Sandersdorfs Reserve wurde die wohl beste Saisonleistung gezeigt. Nach einer beeindruckenden Leistung konnte dieses Spiel mit 7:4 gewonnen werden. In den nächsten drei Spielen konnte lediglich ein Punkt errungen werden, bei der Derby-Niederlage gegen Gräfenhainichen war die Mannschaft auf Augenhöhe, aber die individuelle Stärke des Gegners war an diesem Tag ausschlaggebend. Die anschließende Heimniederlage gegen „Angstgegner“ Mosigkau“ war völlig verdienst, eine schnelle Gäste-Führung konnte bis zur Pause noch egalisiert werden, jedoch war in der 2. Hälfte die Luft raus und die Niederlage perfekt. Anschließend ging es nach Klieken und gegen den „Herbstmeister“ konnte ein Auswärtssieg gefeiert werden, der Anfang einer kleinen Serie war, denn aus den folgenden 4 Spielen wurden 8 Punkte geholt, der 5:0-Sieg gegen die einige Spieltage an der Spitze stehenden Köthener ragte dabei noch heraus. Was die Emotionen betrifft, war natürlich der Auswärtssieg in Trebitz das Highlight, nach einem wechselvollem Spielverlauf gelang ein 3:2-Erfolg. Danach war eine Woche Spielpause, was den Kembergern nicht gut tat, denn im folgenden Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten HSV Gröbern musste eine schmerzliche Niederlage hin genommen werden. In diesem Spiel sorgten kurioserweise zwei Eigentore für die Niederlage. Danach zeigten die Jungs aber wieder, aus welchem Holz sie geschnitzt sind, denn die Spieltage 14, 15 und 16 konnten sämtlich siegreich gestaltet und so auf den 4. Platz geklettert werden.

Im Kreispokal steht Kemberg im Halbfinale und spielt zu Hause gegen Landesligisten Annaburg und der Einzug ins Finale ist mit Sicherheit nicht als utopisch ein zu schätzen. Die ersten beiden Spiele gegen die Kreisoberligisten Zschornewitz/Muldenstein und Pretzsch wurden souverän gewonnen. Das Viertelfinale in Nudersdorf war nichts für schwache Nerven. Trotz Kemberger Überlegenheit ging der Gastgeber in Führung und nach 90 Minuten hatte diese Führung immer noch Bestand. Dann sorgten zwei Treffer in der Nachspielzeit doch noch für den Sieg und die Möglichkeit, das Finale zu spielen.

Letztlich sorgten alle eingesetzten Spieler für diese positive Serie, aber es darf und soll nicht vergessen werden, dass das Team hinter der Mannschaft enorm wichtig ist. Seit vielen Jahren können die Spieler von der Kompetenz ihres Trainer Stefan Kohnert profitieren. Dazu gesellt sich Co-Trainer Michael Geipel und das Funktionsteam mit Mannschaftsleiter Andreas Ludley, Physiotherapeutin Claudia Zander der „guten Seele“ Frank Krauß. Was Doris Siekierski leistet, um die Versorgung in jeglicher Hinsicht ab zu sichern, sucht mit Sicherheit seines gleichen.

Auch wenn Fußball immer eine Mannschaftssportart bleiben wird, lebt dieser Sport von Protagonisten und die hat Kemberg durchaus zu bieten. Drei Spieler (Moritz Hillebrand, Benedikt Richter und Kapitän Michal Fiala) sind in der Torjäger-Spitzengruppe, Moritz Hillebrand sogar auf Platz 3. Ebenfalls aussagekräftig ist die Scorer-Liste, denn in dieser Wertung steht Moritz Hillebrand unangefochten an Platz 1. Neben seinen 11 Toren legte er gleich zwölfmal für seine Nebenleute auf und diese 23 Punkte bedeuten, dass er sage und schreibe an der Hälfte aller Kemberger Treffer unmittelbar beteiligt ist! In dieser Wertung belegen Benedikt Richter mit 18 und Michal Fiala mit 16 Punkten die Plätze 2 und 4.

Einer der Jüngsten war in allen Spielen eine Bank, Florian Uhrig wurde in jedem Spiel eingesetzt, eine Verletzung im Spiel gegen Gröbern verhinderte, dass er jede Minute spielte. Schon an diesem Einzelbeispiel ist zu erkennen, welche Entwicklung möglich ist.

Was wird die Rückrunde bringen? Auf jeden Fall sollte eine bessere Platzierung als vergangene Saison heraus springen. Ausschlaggebend hierfür sollte die gewachsene Reife sein und das Vermögen, fast schon aussichtslose Situationen zu meistern.

In der beigefügten Tabelle sind eine Vielzahl von Daten vorhanden.

.........................................................................................ES    Tore    Ass      ST          GK        G/R          RK      Einw.       Ausw.        Sp.--min

1.

Uhrig, Florian (20)

16

-

1

-/-

1

-

-

-

1

1389

2.

Richter, Benedikt (23)

15

10

8

-/-

2

-

-

-

5

1254

3.

Seeger, Marc (24)

15

1

2

-/-

8

-

-

-

4

1240

4.

Schenk, Bastian (20)

15

1

4

-/-

2

-

-

3

3

1116

5.

Fiala, Michal (25)

14

9

7

5/5

6

-

-

-

2

1244

6.

Uhrig, Felix (19)

14

3

3

-/-

1

-

-

3

3

1032

7.

Disselhoff, Philipp (22)

13

-

-

-/-

4

-

-

-

1

1137

8.

Hillebrand, Moritz (20)

13

11

12

1/1

6

-

-

-

7

1081

9.

Apitzsch, André (25)

13

-

1

-/-

-

-

-

1

3

1037

10.

Peeck, Hannes (25)

13

3

1

1/1

1

-

1

1

5

1012

11.

Fischer, Rene (30)

13

4

2

2/2

5

-

-

4

1

906

12.

Heede, Christoph (32)

12

-

-

-/-

-

-

-

-

-

1080

13.

Liebmann, Matthias (30)

10

2

-

-/-

-

-

-

-

1

855

14.

Hillebrand, Lukas (22)

7

-

-

-/-

1

-

-

3

2

389

15.

Steiner, Andrzej (33)

5

-

-

-/-

-

-

-

5

-

37

16.

Malerz, Frank (32)

4

-

-

-/-

-

-

1

-

-

360

17.

Girke, Markus (22)

4

-

-

-/-

-

-

-

3

-

126

18.

Bischoff, Lucas (22)

4

-

-

-/-

1

-

-

4

-

78

19.

Disselhoff, Jonte (18)

4

-

-

-/-

-

-

-

4

-

69

20.

Kröber, John-Marc (21)

3

-

-

-/-

-

-

-

2

-

109

21.

Hampel, Benjamin (27)

3

-

1

-/-

-

-

-

3

-

89

22.

Disselhoff, Jonas (20)

2

-

-

-/-

-

-

-

2

-

27

23.

Schulz, Johannes (21)

1

-

-

-/-

-

-

-

-

-

90

24.

Miertzschke, Michael (32)

1

-

-

-/-

-

-

-

-

1

71

25.

Zaake, Daniel (20)

1

-

-

-/-

-

-

-

1

-

1

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